Donnerstag, 21. Januar 2016

Rezension „Die Liebeshandlung“ von Jeffrey Eugenides



Hallo ihr Lieben,

vor ein paar Tagen habe ich dieses wunderschöne Buch beendet und möchte euch daher gerne ein bisschen mehr darüber erzählen.




Der Autor

Jeffrey Eugenides (Jahrgang 1960) ist ein amerikanischer Schriftsteller, der bisher nur drei Romane veröffentlicht hat. Er lässt sich mit dem Schreiben immer ca. 10 Jahre Zeit. Für den 2002 erschienenen Roman „Middlesex“ erhielt er den Pulitzer-Preis.
Den Erstling „Die Selbstmordschwestern“, der von Sofia Coppola verfilmt wurde, habe ich letzten Sommer gelesen und fand den Schreibstil sehr gut, der Inhalt ließ mich aber leider etwas ratlos zurück.


Das Cover

Das Cover sieht an sich ganz schön aus, aber diese Leuchtschrift passt meine Erachtens gar nicht zum Inhalt sowie dem eher ruhigen Erzählstil.


Der Inhalt

Bei solch vielschichtigen Büchern fällt eine treffende Inhaltsangabe immer etwas schwer. Trotzdem: Um 1980 lernt die junge Literaturstudentin Madeleine am College zwei unterschiedliche Männer kennen: den ruhigen und spirituellen Mitchell sowie den rebellischen Leonard. Madeleine entscheidet sich für letzteren, zu dem sie sich nicht nur sexuell, sondern auch intellektuell hingezogen fühlt. Dafür muss sie nach dem College mit Leonards manischer Depression zurechtkommen. Mitchell verbringt nach dem Abschluss ein Jahr in Europa und Indien, um sich selbst und seine Religiosität zu finden. Er ist weiterhin davon überzeugt, dass er und Madeleine füreinander bestimmt seien.


Meine Meinung

Wie der Inhalt verlauten mag, geht es hier um eine Liebesgeschichte und eine Dreiecks-Beziehung. Doch dieser Roman ist so viel mehr als das! Es ist die Geschichte dreier junger Menschen, die sich selbst und ihren Platz im Leben suchen. Dabei werden große Themen und Gefühle behandelt, z.B. Liebe, Hoffnung, Glaube, Verzweiflung, Krankheit, Kultur.
Die Figuren, einschließlich der Nebenfiguren, sind gut ausgearbeitet, glaubwürdig und nachvollziehbar. Jeder hat seine positiven und negativen Eigenschaften, es gibt keine Schwarz-Weiß-Malerei.
Interessant ist, dass die drei Charaktere auch unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen repräsentieren und dementsprechend fachliche Informationen und Zitate eingebunden sind. 
Trotz des Umfangs von über 600 Seiten ließ sich der Roman gut lesen. Der Erzählstil ist flüssig, nicht zu hochgestochen, ein bisschen bildlich und manchmal auch humorvoll. An keiner Stelle wurde es langweilig oder wiederholend.
Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist die nicht-lineare Erzählweise. Es kommen immer wieder Rückblenden und Zeitsprünge vor, sodass sich vieles erst später richtig erschließt. Das heißt allerdings nicht, dass der Roman dadurch verwirrend oder schwer verständlich ist. Außerdem werden einige Ereignisse und Zeitspannen manchmal aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt.
Insgesamt muss ich sagen, bin ich schon sehr begeistert von diesem Buch. Das liegt, glaube ich, vor allem an der thematischen Vielfalt und der interessanten Charaktere.

Bald werde ich mir noch „Middlesex“ vornehmen und hoffe auch, dass bald noch mehr von diesem Autor erscheint.


Bis bald!



Eure Annika :-)